Jari’s Tournament Report: PTQ Win @GP Ghent mit Whirza

Mit einem PTQ Sieg in Ghent gelingt es mir erneut, mich für die PT zu qualifizieren. Für die, die mich noch nicht kennen, ich bin Jari Rentsch, komme aus Zürich und spiele vorwiegend kompetitive Modern Events. Mit einem GP Top 8 in Stockholm 2018 konnte ich mich für das Mythic Championship I in Cleveland qualifizieren.

Vermutlich haben einige von euch sicherlich schon mitbekommen, dass mein Team aufgrund eines äusserst unwahrscheinlichen Zufalls den GP nicht fertig spielen durfte. Da dies nicht die Motivation war, diesen Bericht zu schreiben, werde ich erst am Ende des Artikels darauf eingehen für die, die es interessiert.
Darum habe ich mich umso mehr darüber gefreut, dass es beim PTQ so gut lief.

Mit dem Ban von Faithless Looting musste ich leider von meinem all-time-favorite Modern Deck Izzet Phoenix Abschied nehmen und mich für ein neues Deck entscheiden. Da ein Kollege von mir (Stefan Schütz) mit Whirza am GP Barcelona die Top 8 erreichte, schien es mir naheliegend, dieses Deck als nächstes auszuprobieren.

Zusammen mit ihm und meinen Teammates Julian Felix Flury und Michael Schlegel erarbeiteten wir folgende Deckliste:

Whirza (Grixis Splash White)
4 Arcum’s Astrolabe
1 Welding Jar
4 Mishra’s Bauble
1 Nihil Spellbomb
1 Pithing Needle
1 Pyrite Spellbomb
2 Sword of the Meek
4 Thopter Foundry
1 Time Sieve
3 Goblin Engineer
4 Urza, Lord High Artificer
3 Whir of Invention
4 Polluted Delta
5 Snow-Covered Island
1 Snow-Covered Mountain
1 Snow-Covered Swamp
1 Steam Vents
1 Watery Grave
1 Snow-Covered Plains
1 Hallowed Fountain
1 Teferi, Time Raveler
4 Mox Opal
2 Thoughtseize
1 Grafdigger’s Cage
1 Ensnaring Bridge
1 Damping Sphere
4 Flooded Strand
2 Ichor Wellspring
Sideboard
2 Tezzeret, Agent of Bolas
1 Teferi, Time Raveler
1 Blast Zone
1 Disdainful Stroke
2 Spell Snare
3 Fatal Push
1 Thoughtseize
2 Collective Brutality
2 Kor Firewalker

Grundsätzlich ist es ein Thopter Foundry plus Sword of the Meek Combodeck. Hat man beide Pieces, kann man für 1 Mana das Sword opfern, einen Thopter erzeugen und das Sword zurückbringen. Für jedes Mana erhält man also ein Leben und einen Thopter. Fügt man Urza, Lord High Artificer hinzu, kann man das Sword und den Thopter jeweils vor dem Opfern für Mana tappen und das ganze ergibt unendlich Mana, Life und Thopter. Alternativ kann man auch anstatt mit Urza einfach mit Time Sieve plus 5 Länder unendlich extra Turns generieren.
Die Tutoreffekte Whir of Invention und Goblin Engineer erhöhen nicht nur die Konsistenz, diese 3 Kartencombo zu finden, sondern ermöglichen auch ganz viele Hate-Artefakte zu spielen, die in ganz spezifischen Situationen unglaublich stark sind.

Unsere Liste unterscheidet sich deutlich von der Stocklist, die im Sideboard grün statt weiss splasht für Assassin’s Trophy. Es hat sich gezeigt, dass Karten wie Spell Snare, Thoughtseize, Blast Zone und Teferi viel flexibler darin sind, die schlimmen Hatepieces wie Stony Silence, Collector Ouphe und Karn, the Great Creator zu beantworten. Denn sobald eines dieser Pieces liegt, werden Mox und Astrolabe abgeschaltet, wodurch es enorm viel schwieriger wird, Assassin’s Trophy als Antwort überhaupt wirken zu können. Neben der Tatsache, dass die Combo abgeschaltet wird, machen diese «can’t activate Artifacts» Effekte auch noch die sonst unglaublich gute «tripple blue splash 3 Colors» Manabase komplett zunichte. Darum gilt es, sich vermehrt auf die Farben Blau und Schwarz zu beschränken und diese Hate Pieces gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen.

Am besten eignen sich dafür die Maindeck Thoughtseizes, die auch schon Game 1 Karns beantworten können. Aber auch generell ist ein frühes Thoughtseize sehr gut darin, fast alle Strategien, gegen die Whirza noch verlieren kann, zu unterbinden, dass wir in fast allen Match Ups eines ziehen möchten. Wir haben uns auch schon überlegt, 4 in den 75 zu spielen, aber in den meisten Fällen ist das zweite Thoughtseize deutlich weniger stark als das erste und der Life Loss summiert sich mit der Zeit.

Spell Snare countert nicht nur Stony Silence und Collector Ouphe, sondern ist gegen die meisten Stony/Ouphe Decks auch sonst sehr effektiv.
Gegen Burn trifft sie die 3 schlimmsten Karten: Eidolon of Great Revel, Smash to Smithereens und Stony Silence.
Gegen Jund trifft sie Collector Ouphe, Tarmogoyf, Assassin’s Trophy, Scavenging Ooze, Wrenn and Six und Dark Confidant.
Gegen UW Control/Blade trifft sie Stony Silence, Rest in Peace, Snapcaster Mage und Stoneforge Mystic.
Ausserdem erwarten die meisten Gegner die Snare gar nicht.

Speziell Blast Zone hat uns sehr überzeugt, da sie ein Out in jeder erdenklichen Situation sein kann, ohne dass man aktiv Anti-Hate boarden muss. Sie ist speziell gut gegen Jund, da sie Collecter Ouphe zerstört und gleichzeitig verhindert, dass der Gegner während den 2 Zügen, in denen man sie auflädt und aktiviert, weitere zwei Mana Threats casten kann. Dies kauft einem enorm viel Zeit. Auch zerstört sie mehrere Hate Pieces auf einmal. Sie ist auch im eher negativen Death’s Shadow Match Up exzellent, da der Gegner nicht damit interagieren kann. Blast Zone war sogar so überzeugend, dass wir den Mountain nun durch eine weitere Kopie im Main Deck ersetzt haben.

Time Sieve ist wohl eine der umstrittensten Karten im Deck. Es gibt viele Matchups wo Foundry + Sword allein nicht genug sind, um zu gewinnen. Bsp. Mirror, Tron, Scapeshift, Dredge und Combodecks im Allgemeinen.
Man braucht also Urza unbedingt für die Infinitecombo. Es kommt aber häufig vor, dass er zerstört wird, oder dass man ihn gar nicht erst zieht. In diesen Situationen kann man einfach das Time Sieve Tutoren mit Whir of Invention oder Goblin Engineer und gewinnt auf der Stelle. Aus diesem Grund sollte unserer Meinung nach jedes Whirza ein Time Sieve spielen.

Kor Firewalker ist ein Tech, den ich nur in einem Meta mit 10+% Burn, wie es in Ghent der Fall war, spielen würde. Wenn man den Kor nicht spielt, würde ich auch wieder die normale Manabase mit Scalding Tarn über Flooded Strand spielen.

Manabase
Anfangs war ich auch eher skeptisch, ob der Preis, das Basic Land einer Farbe nicht suchen zu können, nicht viel zu gross ist. Meistens zieht man jedoch sowieso ein Astrolabe bzw. Mox oder man findet den Splash gar nicht. Einzig gegen Burn, wo der Life Loss eine Rolle spielt, und gegen Decks, die sowohl das Artefakt Mana abschalten können als auch Field of Ruin spielen (Bsp. Uw Control mit Stony Silence), ist das «unfetchable» Basic manchmal relevant. Da diese Situationen sehr selten sind, haben wir uns entschieden, das extra Basic durch die Main Deck Blast Zone zu ersetzen. Häufig möchte man Postboard ein paar oder sogar alle Moxen cutten. Dann ist es natürlich super, wenn man auch noch ein zwanzigstes Land im Sideboard hat. Vor allem wenn es grindy wird oder Hate zu erwarten ist, cuttet man gerne Moxen.

Turnierverlauf

Swiss Rounds
Jund
Dredge
Four-Color Whirza
Jund
Jund
Bant Soulherder

Top 8
Burn
Mardu Shadow
Jund

Swiss Rounds

Runde 1: Jund (Quadruple Sleeved und nur Foils)
Das einzige interessante am Spiel war die Grösse seines Decks und wie mühsam es war, das Deck zu mischen… Mal wieder der Klassiker: Pimp Deck, no Skill xD

Runde 2: Dredge
Game 1 hatte ich eine langsame Hand und er startete mit Cathartic Reunion Dredge 13. Damit fand er 8 Power plus ein Creeping Chill. Ich dachte schon, ich wäre tot, bevor ich dann meinen Maindeck Cage topdeckte. Dadurch stabilisierte ich auf 1 Leben mit Urza und Foundry. Im folgenden Zug suchte ich mit Whir das Sword und gewann das Spiel doch noch.
Game 2 startete ich mit Engineer auf Nihil Spellbomb. Leider fand er im nächsten Dredge sowohl das Conflagrate für den Engineer als auch Shenanigans und später auch noch einen Ancient Grudge. Dadurch war es unmöglich seinen Engine mit Cage zu verhindern und erschwerte gleichzeitig meine eigene Combo. Urza selbst war zum Glück davon nicht betroffen, also spielte ich ihn zuerst einmal aus. Im nächsten Zug liess er ein Mana offen für den Grudge. Weil mein Gegner keinen sonderlich guten Eindruck machte und ich nur Urza im Spiel hatte mit Foundry und Whir in der Hand, entschied ich mich für ein riskantes Play. Ich spielte die Foundry und falls mein Gegner End of Turn Grudge darauf spielen würde, könnte ich in Response mit Whir auf Sword gewinnen. Wie erhofft tappte mein Gegner in die Falle und verlor das Match auf der Stelle.
Im Nachhinein bin ich nicht sicher, ob dieses Play korrekt war. Vermutlich hätte ich auch einfach, anstatt die Foundry zu spielen, am Ende seines Zuges das Sword holen können. Sofern ich im nächsten Zug im Drawstep oder mit der 3. Urzafähigkeit ein weiteres Artefakt gefunden hätte, hätte ich einfach um den Ancient Grudge herumspielen können.

Dies ist eine Interaktion, die meine Gegner häufig nicht verstehen. Sobald die 3 Kartencombo (Urza, Foundry, Sword) im Spiel ist und der Gegner versucht, eines der Pieces abzuschiessen oder das Sword aus dem Graveyard zu exilen, kann ich einfach ein weiteres Artefakt opfern, um das Sword zurückzubringen und in Response infinite zu gehen. Der Gegner muss also handeln, bevor man das 3. Piece legt. Das Ganze ist aber noch ein Stück interessanter: Im Normalfall hat der Gegner einen Effekt, der nur Kreaturen oder nur Artefakte (instant-speed) zerstört. Somit kann ich das jeweilige Piece, das er zerstören möchte, als letztes ausspielen, was seinen Hate vollständig invalidiert (im 1. Fall Urza, im 2. Fall Foundry; Sword zerstören bringt ja nichts, da es beim nächsten Thopter sowieso zurück kommt…).

Nach Runde 2 stürzte das Event Reporter Tool ab und die Pairings mussten manuell erstellt werden. An alle Spieler mit gleich vielen Punkten wurde jeweils eine Tischnummer auf ein Basic Land geschrieben und verteilt.

Runde 3: Four-Color Whirza (Green Splash)
Game 1 war ein für das Mirror klassische Stalemate, bei dem je eine Pithing Needle auf Thopter Foundry und Goblin Engineer, sowie eine Ensnaring Bridge involviert war.
Niemand konnte angreifen oder Comboen und darum aktivierten beide Spieler Urza fleissig, bis ich Teferi, Time Raveler und Time Sieve gefunden hatte. Danach konnte ich die Needle auf Foundry bouncen, wodurch beide Spieler gleichzeitig 7 Millionen Thopter erzeugten.
Wegen Teferi konnte er aber nichts casten und mit Time Sieve hatte ich infinite Extra Turns. Ich pluste Teferi 3-mal, um dann -3 auf den gegnerischen Urza zu machen, damit er keine weiteren Thopter generieren kann. Egal wie viele Thopter er als Reaktion macht, ich kann immer doppelt so viele machen. Da er jetzt einen Urza auf der Hand hatte, konnte ich jetzt auch durch seine Bridge hindurch angreifen und ich gewann. In diesem Match Up ist es wichtig, dass man den Time Sieve und den Teferi erst zeigt, wenn man beides gezogen hat, damit der Gegner keine Möglichkeit hat, diese zu Needlen. Da ich neuerdings eine Blast Zone Main Deck habe, erübrigt sich dieses Problem jedoch ein Stück weit.
Game 2 blieb er auf einem Land stehen und ich gewann schnell mit Tezzeret. Dies ist ein gutes Beispiel, warum ich ungerne Hände mit einem Land behalte. Whirza ist so powerful, dass ein guter Draw jeden Mulligan wegsteckt. Man verliert meistens nur, wenn man zu viele/wenige Länder oder generell schlecht zieht. Darum behalte ich One-Lander nur, wenn die anderen Karten wirklich gut sind oder ich viel Card Draw habe.

Runde 4: Jund
Game 1 ist recht favored, da der Foundry + Sword Combo alleine gewinnt. Game 2/3 sind schwierig, vor allem wenn der Gegner sehr gut spielt, was er auch tat. Zusätzlich zog er auch noch die perfekte Kombination aus Pressure, Hate und Value, wobei meine Draws nicht das gleiche versprachen.
Dies war mein einziger Loss im Turnier und ich vermutete zu diesem Zeitpunkt, dass ich keine Chance mehr auf die Top 8 hatte, da man normalerweise ein 6-0 braucht.

Runde 5: Jund (gespielt von Noah König)
Game 1 war ich in einer Situation wo ich Time Sieve, Sword, plus 4 andere Artefakte kontrollierte.
Ich wusste, dass er Bolt in der Hand hatte. Damit hätte er meinen Engineer, den ich gerade gezogen hatte, einfach abschiessen können. Er tappte aber aus und ich konnte Engineer für Foundry legen, alle Artefakte bis auf Sword opfern und einen Value Extra Turn machen, damit ich den Engineer aktivieren konnte, bevor er geboltet wurde.
Somit konnte ich die Foundry reanimieren, welche mir zusammen mit dem Sword das Spiel gewann.
Game 2 lief darauf hinaus, dass Noah fälschlicherweise die Assassin’s Trophy auf meine Foundry spielte, anstatt sie für den Urza, den er in meiner Hand gesehen hatte, aufzusparen. Da ich kein Sword hatte, war die Foundry gar nicht relevant.
Nach ein paar wenigen Zügen, in denen ich die 3. Fähigkeit von Urza mehrmals aktivieren konnte, hatte ich zu viel Card-Advantage, sodass er nicht mehr ins Spiel zurückfand.

Runde 6: Bant Soulherder
Ein Blick auf die Standings ergab, dass ich trotz einer Niederlage noch eine Chance auf die Top 8 hatte, sofern ich diese Runde gewinnen würde. Da das Turnierprogramm in der 2. Runde versagte, wusste niemand, ob es überhaupt Tiebreakers gab. Unter Umständen hätten die letzten paar Plätze der Top 8 zufällig unter den Spielern mit 15 Punkten verteilt werden müssen.
Game 1 war ich froh, als ich mit Thoughtseize sah, dass mein Gegner ein non-tier Deck spielte und oben drauf einen miserablen Draw hatte.
Game 2 konnte ich Turn 3 einen Teferi resolven, wodurch fast alle seine reaktiven Karten abgeschaltet wurden. Mit einem Drawstep Thoughtseize im nächsten Zug sah ich ein Mana Leak und ein Veil of Summer, die gegen meinen Teferi lächerlich wirkten. Ich gewann 2 Züge später mit der Combo.

Glücklicherweise hatten sie es geschafft, die Resultate wiederherzustellen. Unter den Spielern mit 5-1 hatte ich sogar die besten Breakers.

Top 8

Die Top 8 begann am nächsten Tag – also Sonntag um 08:15. Auch wenn ich kaum Schlaf bekommen hatte, fühlte ich mich mental fit.

Quarterfinals: Burn
Dies ist vermutlich eines der schlechtesten Match-Ups von Whirza und die Maindeck Thoughtseizes helfen auch nicht.
Um so lustiger war es zu sehen, dass ich dank dem Thoughtseize einen Boros Charm abwerfen konnte und somit statt 5 Schaden (4 plus 1 Prowess) nur deren 2 nahm. Dadurch kaufte ich mir den entscheidenden Zug, der genügte, um alle Karten der Infinitecombo auszuspielen.
Game 2 hatte ich eine Traumhand, die mit jeder weiteren Karte besser wurde. Turn 2 Collective Brutality, Turn 3 Doppel Kor Firewalker genügte, um meinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen. Ausserdem vergass mein Gegner, nach dem Mulligan eine Karte unters Deck zu legen, wodurch ich „gratis“ seinen zweiten Goblin Guide Thoughtseizen konnte xD

Semifinals: Mardu Shadow
Im Halbfinale spielte ich gegen einen guten Freund von mir aus Polen: Bartlomiej Lewandowski.
Game 1 zog er nie eine seiner 2 Antworten auf Ensnaring Bridge.
Game 2 konnte ich seinen ersten Death’s Shadow fatal pushen und einen Urza spielen, den er nicht mit seinem eignen Push beantworten konnte. Leider zog er im nächsten Zug einen zweiten Shadow. Ob wohl ich im nächsten Zug einen Tezzeret casten konnte, verlor ich den Urza, das Construct, den Tezzeret sowie den 5/5, den der Tezzert generiert hatte, am Versuch, nicht an seinen Temur Battle zu sterben, denn ich zuvor beim Thoughtseize gesehen hatte.
Game 3 zerlegte ich mit meiner Turn 1 Needle auf Marsh Flats seinen absurdesten Draw komplett. Er war gezwungen, auf seinen Turn 1 Giver of Runes einen Path to Exile zu spielen, um an schwarzes Mana zu kommen. In der Zwischenzeit konnte ich sowohl einen Teferi als auch einen Tezzeret spielen, die das Spiel sofort beendeten.
Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob das Turn 1 Needle Play korrekt war. Die anderen Optionen (Giver of Runes, Ranger-Captain of Eos, Liliana of the Veil, etc.) wären zwar häufiger relevant, aber Marsh Flats zu nennen gewinnt halt in gewissen Situationen sofort das Spiel. Vor allem, dass die anderen Karten erst viel, viel später im Spiel relevant werden, war für mich ausschlaggebend.

Finals: Jund
Game 1 gewann ich mit Ensnaring Bridge, Welding Jar und Thopter Beatdown. Er zog nur 1 Artefakt Removal.
Game 2 hat der Finale Gegner erstaunlicherweise relativ schlecht gespielt und erlaubte mir mit 3 Misplays den Sieg zu stehlen. Vielleicht war er aber auch einfach nur nervös.
Anstatt das Kolaghan’s Command in seiner Mainphase zu spielen, durfte ich mit der Foundry + Sword Combo enttappen. Mit den extra Thopters konnte ich dann seine Liliana angreifen, die er weiterhin fleissig pluste anstatt mit dem -2 anzufangen Thopter abzuschiessen, was sein 2. Fehler war. «Better lucky than good» zog er natürlich den Plague Engineer und minuste dann endlich die Lili, um den equipten Thopter auch noch loszuwerden.
Der gravierendste Fehler war jedoch, dass er, als ich den Tezzeret topdeckte und durch das -1 mit meinem einzigen Artefakt, dem Sword, die Liliana angriff, ohne zu zögern seinen Plague Engineer dafür abtauschte. Da er nachher keine Kreaturen mehr hatte, überlebte der Tezzeret und gewann in wenigen Zügen das Spiel.

Von Anfang an hatte ein Teil von mir sich schon damit abgefunden, wie immer bei diesen PTQs, irgendwann rauszufliegen. Umso fassungsloser war ich, als ich realisierte, dass es diesmal einfach nicht passiert war. Stunden danach konnte ich es immer noch nicht glauben. Nach dem Spiel begleitete mich der Judge zu Frank Karsten, der mir zunächst einige Fragen zu meinem Deck stellte und später auch das Siegerfoto für die Coverage schoss. Danach verlangte der Head-TO noch meine DCI-Nummer und Emailadresse und gab mir im Gegenzug einen Umschlag mit meinen € 680 Preisgeld.

Fazit

Das Deck war nicht nur unglaublich powerful, sondern hat auch sehr viel Spass gemacht. Die coolen Synergien und schwierigen Entscheidungen sind zwei Dinge, die mir sehr gefallen. Allgemein liebe ich es, wenn ein Deck einem viele strategische Möglichkeiten gibt und obendrauf noch für korrekte Plays belohnt. Ich teile die allgemeine Meinung, dass Whirza momentan das beste Deck im Format ist. Es ist äusserst gut darin alle non-tier Decks auseinander zu nehmen und es gibt kaum Matchups, die deutlich schlechter als 50/50 sind. Das Deck ist anfangs sehr schwierig zu spielen, aber ich empfehle es jedem, der genügend Zeit hat, es ausführlich zu testen.

Leider hatte das Wochenende auch unangenehme Seiten…

What happened at the GP
Mein Team spielte tripple Urza (alle die gleichen 75). Während dem ich mein eigenes Deck hatte, organisierte Julian Felix Flury das Deck sowohl für sich selbst als auch für Michael Schlegel. Runde 2 vom GP kam mein Team in einen Deckcheck. Julians und Mein Deck waren ok, aber bei Michis Deck (das er von Julian geliehen hatte), entdeckten die Judges an den unteren Kanten der Sleeves Markierungen. Wir vermuten, dass diese bei der Fabrikation entstanden sind. Dummerweise waren genau die 3 Sleeves mit den grössten Markierungen die 3 Whirs des Decks. Für den Judge gab es keine andere Möglichkeit, als uns zu Disqualifizieren, da die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Muster auf natürliche Weise entstand, zu unwahrscheinlich ist.
Wir möchten 2 Sachen für alle Leser klarstellen!

  1. Wir akzeptieren den Entscheid des Judges und hätten in seiner Situation gleich gehandelt.
  2. Keiner von uns hat gecheated! Es ergibt überhaupt keinen Sinn, dass Julian ein Muster an Michis Deck erstellen würde.

Leider gibt es keine Möglichkeit für den Judge dies zu verifizieren. Er musste uns also vorsichtshalber disqualifizieren. Wir können nur hoffen, dass dieser unglückliche Zufall keine Nachfolgen für unsere Magickarrieren hat.

Dank dem PTQ Win war das Wochenende trotzdem ein voller Erfolg. Dies war mein erster Artikel/Report und ich würde mich sehr über Feedback freuen! Wenn Interesse besteht, kann ich mir gut vorstellen, in der Zukunft öfters meine Gedanken zum Modern Metagame, meinen Decks und meinen Card Choices zu posten.

Jari

Kontakt über Facebook: Jari Rentsch

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